Wir speichern Ihre Eingaben nicht. Sie bleiben nur in diesem Browserfenster. Nach dem Neuladen oder Schließen sind sie weg. Mehr dazu

← Zurück zum Blog
Vorsorge

Notfallordner-Checkliste: Was hineingehört

2026-09-28•Team Ordner-Held•9 Min Lesezeit
✅
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung im Einzelfall. Amtliche Muster, etwa für die Vorsorgevollmacht, stellt das Bundesministerium der Justiz bereit. Beraten lassen können Sie sich bei einem Notar, einer Anwältin oder einem Anwalt, bei der Betreuungsbehörde oder einem Betreuungsverein. Mehr in den Nutzungshinweisen.

In einen Notfallordner gehört alles, was Ihre Angehörigen brauchen, wenn Sie selbst nicht gefragt werden können: Kontakte, Personalien, Gesundheitsangaben, der Ablageort von Vollmachten und Testament, Konten, Versicherungen und laufende Verträge. Nicht hinein gehören PINs, Passwörter und TANs. Diese Checkliste geht alles Stück für Stück durch.

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Ordner sagt vor allem, wo etwas liegt. Originale bleiben meist an ihrem Platz.
  • Sechs Bereiche decken fast alles ab: Kontakte, Personalien, Gesundheit, Vorsorge, Geld, Wohnen und Verträge.
  • Zugangsdaten gehören nicht auf Papier im Ordner, nur der Hinweis, wo sie sicher hinterlegt sind.
  • Einmal im Jahr durchsehen, nach einem Umzug, einer Hochzeit oder einem neuen Vertrag sofort.

Die Grundregel: Der Ordner ist ein Wegweiser

Viele stellen sich einen Notfallordner als Sammlung aller Originale vor. Das ist selten sinnvoll. Den Personalausweis brauchen Sie im Alltag, das Familienstammbuch liegt vielleicht bei der Bank, das Testament beim Nachlassgericht. Der Notfallordner hält fest, dass es ein Dokument gibt, welche Nummer es hat und wo es liegt.

Kopien sind dort gut, wo das Original schwer zu ersetzen ist oder schnell gebraucht wird, etwa bei Urkunden, dem Impfpass oder dem Medikationsplan. Die Blätter von Ordner-Held sind genau so aufgebaut: eine Zeile je Dokument, daneben der Ablageort.

1. Notfallkontakte und wichtige Personen

Das erste Blatt im Ordner ist das, was im Ernstfall als Erstes gebraucht wird. Wer soll angerufen werden, wer hat einen Schlüssel, wer holt die Kinder ab?

  • Zwei bis drei Notfallkontakte mit Telefonnummer und Verhältnis zu Ihnen
  • Hausarzt, Kinderarzt, Fachärzte, Pflegedienst
  • Arbeitgeber, Schule, Kita, Tagesmutter
  • Wer einen Zweitschlüssel hat
  • Wer sich um Haustiere kümmert

Unser SOS-Blatt fasst Notrufnummern und diese Kontakte auf einer Seite zusammen. Die kleine Fassung für die Geldbörse ist die Notfallkarte.

2. Personalien und Urkunden

Für fast jeden Behördengang nach einem Unfall, einer Geburt oder einem Todesfall werden Urkunden und Ausweisnummern verlangt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) empfiehlt, Familienurkunden im Original in einer Dokumentenmappe zu verwahren. Für Ausweis, Führerschein und Impfpass reicht dort eine einfache Kopie.

DokumentIm OrdnerOriginal meist
Personalausweis, ReisepassNummer, Ablaufdatum, Kopieim Alltag dabei
GeburtsurkundeOriginal oder Kopielaut BBK im Original in der Dokumentenmappe
Heiratsurkunde, FamilienbuchOriginal oder Kopielaut BBK im Original in der Dokumentenmappe
Steuer-IdentifikationsnummerNummerBescheid des Bundeszentralamts für Steuern
SozialversicherungsnummerNummerSozialversicherungsausweis
Führerschein, FahrzeugpapiereNummern, AblageortFührerschein dabei, Papiere zu Hause

Alle Nummern auf einer Seite sammelt unsere Tabelle Nummern auf einen Blick. Das spart im Ernstfall das Suchen in fünf verschiedenen Mappen.

3. Gesundheit

Im Krankenhaus oder beim Rettungsdienst zählen andere Fragen: Welche Medikamente nehmen Sie? Gibt es Allergien? Welche Vorerkrankungen sind bekannt? Wer das auf einem Blatt hat, muss es nicht aus dem Gedächtnis zusammensuchen.

  • Krankenkasse und Versichertennummer, private Zusatzversicherungen
  • Blutgruppe, falls bekannt, Allergien und Unverträglichkeiten
  • Vorerkrankungen, Implantate, Herzschrittmacher
  • Aktueller Medikationsplan mit Dosierung
  • Impfpass, Allergiepass, Organspendeausweis, ob vorhanden und wo
Aktuell halten: Ein veralteter Medikationsplan kann im Notfall mehr schaden als keiner. Tragen Sie beim Ausfüllen das Datum ein und prüfen Sie das Blatt nach jedem Arztbesuch, bei dem sich etwas geändert hat. Dosierungen klären Sie immer mit Arzt oder Apotheke.

4. Vorsorge: Vollmacht, Verfügung, Testament

Hier liegt der häufigste Irrtum. Ein Notfallordner ist keine Vollmacht. Er hält nur fest, ob Sie eine Vorsorgevollmacht, eine Patientenverfügung, eine Betreuungsverfügung oder ein Testament haben, wer darin benannt ist und wo das Original liegt.

  • Vorsorgevollmacht: bevollmächtigte Person, Ablageort, ob im Vorsorgeregister eingetragen
  • Patientenverfügung: Ablageort, Datum der letzten Überprüfung
  • Betreuungsverfügung: gewünschte Person, Ablageort
  • Testament oder Erbvertrag: ob vorhanden, ob amtlich verwahrt, wo eine Abschrift liegt
  • Sorgerechtsverfügung für minderjährige Kinder, falls vorhanden

Wie eine Vorsorgevollmacht aufgebaut ist, erklärt unser Beitrag Vorsorgevollmacht richtig ausfüllen. Amtliche Muster stellt das Bundesministerium der Justiz kostenlos bereit.

5. Geld, Konten und Versicherungen

Wer im Ernstfall Rechnungen bezahlen, Daueraufträge stoppen oder eine Versicherung informieren muss, braucht eine Übersicht. Die Zugangsdaten selbst gehören nicht dazu.

  • Girokonten, Sparkonten, Depots: Bank und Art des Kontos, ob es eine Vollmacht gibt
  • Kreditkarten: Bank und Sperrnummer, nicht die vollständige Kartennummer
  • Kredite, Darlehen, Ratenkäufe
  • Versicherungen mit Gesellschaft, Vertragsnummer und Telefon für Schäden
  • Rente, Pension, Betriebsrente: Träger und Versicherungsnummer

Welche Versicherungen ins Blatt gehören und in welcher Reihenfolge, zeigt der Beitrag Versicherungen im Notfallordner. Für verlorene Karten gibt es den zentralen Sperr-Notruf 116 116.

6. Wohnen, Verträge und Fahrzeug

  • Mietvertrag oder Grundbuchauszug, Vermieter oder Hausverwaltung mit Telefon
  • Strom, Gas, Wasser, Internet, Telefon: Anbieter und Kundennummer
  • Abos und Mitgliedschaften, Vereine, Streamingdienste
  • Fahrzeug: Kennzeichen, Kfz-Versicherung, Pannenhilfe
  • Wer Post, Pflanzen und Briefkasten übernimmt, wenn Sie länger ausfallen

7. Digitales: Hinweise statt Passwörter

E-Mail, Onlinebanking, soziale Netzwerke und Cloudspeicher gehören heute zu jedem Nachlass. Trotzdem schreiben Sie keine Passwörter in den Ordner. Ein Ordner kann verloren gehen oder in falsche Hände geraten.

Besser ist ein Hinweis, wie Ihre Vertrauensperson an die Zugänge kommt, zum Beispiel über den Notfallzugang eines Passwortmanagers oder einen versiegelten Umschlag bei einer Person Ihres Vertrauens. Wie das geht, steht im Beitrag Passwortmanager und Notfallordner.

Nicht in den Ordner: PINs, TANs, Passwörter, vollständige Kreditkartennummern mit Prüfziffer und Fotos der Kartenrückseite. Wer den Ordner findet, soll damit helfen können, aber nicht Ihr Konto leeren.

8. Kinder und Haustiere

Familien mit Kindern brauchen ein eigenes Blatt: Wer darf die Kinder abholen, welche Allergien haben sie, wer ist Kinderarzt? Dafür gibt es bei uns die Blätter Familie und Kinder-Kontakte. Für Haustiere reichen Tierarzt, Futter, Medikamente und wer das Tier im Notfall aufnimmt.

Die Checkliste zum Abhaken

BereichErledigt, wenn …
Kontaktezwei Notfallkontakte, Ärzte, Arbeitgeber und Schule stehen mit Telefon drin
Personalienalle Ausweisnummern und Kopien der Urkunden sind abgeheftet
GesundheitKrankenkasse, Allergien und ein datierter Medikationsplan sind drin
Vorsorgefür jede Vollmacht und Verfügung ist der Ablageort notiert
Geldalle Konten, Karten und Versicherungen sind aufgelistet, ohne Zugangsdaten
Wohnen und VerträgeVermieter, Versorger, Abos und Fahrzeug stehen drin
Digitaleses gibt einen Hinweis, wie Angehörige an die Zugänge kommen
Ablageortmindestens eine Vertrauensperson weiß, wo der Ordner steht

Wie oft Sie den Ordner prüfen sollten

Ein fester Termin im Jahr hilft, etwa der Tag der Steuererklärung oder der Jahreswechsel. Sofort nachtragen sollten Sie nach einem Umzug, einer Hochzeit oder Trennung, der Geburt eines Kindes, einem neuen Arzt oder einer neuen Versicherung. Schreiben Sie auf jedes geänderte Blatt das Datum, damit Ihre Angehörigen sehen, wie aktuell es ist.

Fazit

Ein guter Notfallordner ist kein Archiv, sondern eine Landkarte Ihrer Unterlagen. Wer die acht Bereiche dieser Checkliste abdeckt und den Ordner einmal im Jahr durchsieht, erspart Angehörigen im Ernstfall Stunden der Suche. Die passenden Blätter können Sie am Bildschirm ausfüllen oder leer ausdrucken, kostenlos und ohne Anmeldung.

Quellen

Häufige Fragen

Muss ich Originale in den Notfallordner legen?
Nein. Für die meisten Dokumente reicht die Nummer und der Hinweis, wo das Original liegt. Kopien lohnen sich bei Urkunden und bei allem, was im Ernstfall schnell gebraucht wird. Originale, die Sie im Alltag nutzen, bleiben bei Ihnen.
Gehören Passwörter in den Notfallordner?
Nein. Ein Ordner auf Papier kann verloren gehen oder gefunden werden. Schreiben Sie stattdessen auf, wie Ihre Vertrauensperson an die Zugänge kommt, etwa über den Notfallzugang eines Passwortmanagers. So bleibt der Ordner nützlich, ohne ein Sicherheitsrisiko zu sein.
Wo bewahre ich den Notfallordner am besten auf?
An einem festen Ort in der Wohnung, den mindestens eine Vertrauensperson kennt. Gut geschützt ist er in einer feuerfesten Dokumententasche oder einem Tresor. Eine zweite Kopie der wichtigsten Seiten bei Verwandten schadet nicht.
Braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Ordner?
Für eine Familie reicht in der Regel ein gemeinsamer Ordner mit einem eigenen Abschnitt je Person. Getrennte Ordner sind sinnvoll, wenn erwachsene Kinder ausgezogen sind oder wenn Sie den Ordner für die eigenen Eltern anlegen. Wichtig ist, dass jeder weiß, welcher Ordner für wen gilt.
Ist ein Notfallordner gesetzlich vorgeschrieben?
Nein, er ist freiwillig. Er ersetzt auch keine rechtlich wirksamen Erklärungen wie Vollmacht, Patientenverfügung oder Testament. Er sorgt dafür, dass Angehörige diese Dokumente finden und die wichtigsten Angaben griffbereit haben.
Wie lange dauert es, einen Notfallordner anzulegen?
Die Grunddaten sind in ein bis zwei Stunden eingetragen, wenn die Unterlagen griffbereit sind. Am längsten dauert meist das Zusammensuchen von Vertrags- und Versicherungsnummern. Teilen Sie es auf mehrere Abende auf, dann bleibt es überschaubar.
Team Ordner-Held

Wir helfen Familien, sich auf den Ernstfall vorzubereiten, mit kostenlosen Vorlagen, klaren Anleitungen und dem Ordner-Held-Konzept.