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Digital

Password-Manager im Notfall: Digitale Zugänge sichern

2025-09-14Team Ordner-Held6 Min Lesezeit
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Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung im Einzelfall. Amtliche Muster, etwa für die Vorsorgevollmacht, stellt das Bundesministerium der Justiz bereit. Beraten lassen können Sie sich bei einem Notar, einer Anwältin oder einem Anwalt, bei der Betreuungsbehörde oder einem Betreuungsverein. Mehr in den Nutzungshinweisen.

Stellen Sie sich vor: Sie sind im Krankenhaus, bewusstlos. Ihre Familie braucht Zugriff auf Ihr E-Mail-Konto, Ihr Online-Banking oder Ihre digitalen Versicherungsunterlagen. Ohne Vorsorge stehen sie buchstäblich vor verschlossenen Türen. Ein unterschätztes Thema im Notfallordner: digitale Zugänge.

Das Problem mit Passwörtern im Notfall

Moderne Sicherheitsempfehlungen fordern einzigartige, komplexe Passwörter für jeden Dienst. Das ist richtig, aber es bedeutet auch, dass niemand außer Ihnen diese Passwörter kennt. Im Notfall ist das ein Problem.

Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) warnt seit Jahren vor der Mehrfachnutzung gleicher oder ähnlicher Passwörter für verschiedene Dienste, ein Sicherheitsrisiko im Alltag und ein Problem im Erbfall.

Die Lösung: Vollmachten und Notfallzugriff

Passwörter, PINs und Banking-Zugangsdaten gehören nicht auf Papier. Besser sind Wege, die für den Notfall vorgesehen sind:

  • Nutzen Sie einen Passwort-Manager (z.B. Bitwarden, KeePass, 1Password)
  • Richten Sie dort, wenn angeboten, die Notfallzugriff-Funktion für eine Vertrauensperson ein
  • Für das Konto: Eine Kontovollmacht (über den Tod hinaus) direkt bei der Bank einrichten. Banking-Zugangsdaten an Dritte weiterzugeben kann gegen die Bedingungen der Bank verstoßen.
  • Im Notfallordner halten Sie nur fest, wo Zugänge hinterlegt sind und wer Bescheid weiß

Welche Zugänge sind besonders wichtig?

  • E-Mail-Hauptkonto: Schlüssel für alle anderen Passwort-Resets
  • Bankkonten: für Überweisungen und laufende Kosten (Zugriff über eine Kontovollmacht, nicht über Ihre Zugangsdaten)
  • Kranken- und Lebensversicherung Online-Portale
  • Cloud-Speicher (iCloud, Google Drive, Dropbox) mit wichtigen Dokumenten
  • Social Media: für digitalen Nachlass und Gedenkkonten
  • Abonnements: die gekündigt werden sollen

Der „Digitale Notfallbrief"

Ergänzend zum Passwort-Manager empfehlen wir einen digitalen Notfallbrief im Notfallordner. Er enthält keine Passwörter, sondern nur Hinweise:

  • Name des Passwort-Managers und wer als Notfallkontakt eingerichtet ist
  • Bei welchen Banken eine Kontovollmacht besteht und für wen
  • Welche wichtigen Konten es gibt (E-Mail, Versicherungsportale, Abos)
  • Wer Bescheid weiß und wen Angehörige zuerst ansprechen sollen
Achtung 2-Faktor-Authentifizierung: Viele Dienste schicken Login-Codes aufs Handy. Klären Sie bei den wichtigsten Diensten, welche Notfall- oder Nachlassregelungen es gibt, statt Codes und PINs weiterzugeben.

Kurz-FAQ

Soll ich Passwörter in den Notfallordner schreiben?
Nein. Ein Ordner kann verloren gehen, gestohlen oder von den falschen Personen gelesen werden. Nutzen Sie die Notfallzugriff-Funktion Ihres Passwort-Managers und eine Kontovollmacht bei der Bank. Im Ordner steht nur, wo Zugänge hinterlegt sind und wer Bescheid weiß.
Was passiert mit Facebook & Co. nach dem Tod?
Die meisten Plattformen bieten „Gedenkkonten" an. Facebook ermöglicht z.B., einen Nachlasskontakt vorab zu bestimmen. Das sollte ebenfalls im Notfallordner vermerkt sein.

Fazit

Digitale Zugänge sind ein oft vergessener Teil des Notfallordners. Ein Passwort-Manager mit Notfallzugriff, eine Kontovollmacht bei der Bank und ein digitaler Notfallbrief ohne Passwörter im Finanzen-Blatt schützen Ihre Familie auch in der digitalen Welt.

Team Ordner-Held

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