Im Notfall ist nicht immer ein Verbandkasten zur Hand, aber der Haushalt bietet erstaunlich viele Alternativen. Wichtig vorab: Diese Informationen ersetzen keinen Erste-Hilfe-Kurs und keine professionelle Behandlung. Bei schweren Verletzungen immer sofort 112 rufen!
Wunden verbinden ohne Pflaster
Küchenrolle als Kompress
Mehrere Lagen Küchenrolle auf eine blutende Wunde legen und festdrücken. Küchenrolle ist absorbierend und weich. Mit Klebeband oder Klingfilm fixieren. Nicht zu fest, Blutzirkulation muss erhalten bleiben.
Damenbinden / Windeln als Großverband
Unbenutzte Damenbinden und saubere Windeln sind stark saugfähig und eignen sich im Notfall als saubere Wundauflage für größere Wunden. Steril sind sie nicht, deshalb nur als Übergangslösung nutzen.
Sauberes T-Shirt als Druckverband
Bei starker Blutung: Sauberes Tuch oder T-Shirt auf die Wunde pressen, Druck halten. Mit einem weiteren Kleidungsstück fixieren. Nie abnehmen, wenn es durchblutet, neues Tuch drüber legen.
Verbrennungen
Kleine Verbrennungen etwa 10 Minuten mit handwarmem, nicht eiskaltem Wasser kühlen. Großflächige Verbrennungen und Verbrennungen bei Säuglingen nicht lange kühlen, weil Unterkühlung droht: sofort 112 rufen und die Person zudecken. Danach locker mit sauberer Frischhaltefolie (Klingfilm) abdecken, nie mit Watte oder flauschigen Stoffen. Die Folie klebt nicht und lässt sich leicht entfernen.
Splitter und Fremdkörper
Oberflächliche Splitter mit einer sauberen Pinzette entfernen. Danach die Wunde mit sauberem Leitungswasser ausspülen und mit einer Wunddesinfektion aus der Apotheke behandeln. Kein Alkohol, kein Öl und keine Cremes in offene Wunden. Tief sitzende Fremdkörper nicht selbst entfernen, sondern ärztlich versorgen lassen.
Der Notfall-Verbandkasten aus dem Küchenschrank
- Küchenrolle (Kompress)
- Frischhaltefolie (saubere Abdeckung bei Verbrennungen)
- Klebeband / Packband (Fixierung)
- Gefrierbeutel mit Eiswürfeln (Kühlung Schwellungen)
- Saubere Tücher / T-Shirts (Druckverband)
- Pinzette (Splitter)
- Wunddesinfektion aus der Apotheke (kein Alkohol in offene Wunden)
Fazit
Der Haushalt bietet mehr Erste-Hilfe-Ressourcen als die meisten Menschen denken. Klingfilm, Küchenrolle und Klebeband decken die häufigsten Verletzungen ab, als Überbrückung bis zur professionellen Versorgung. Drucken Sie unsere Medizin-Übersicht als Erinnerung aus.