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Tipps

5 Erste-Hilfe-Griffe, die jeder kennen sollte

2026-05-25Team Ordner-Held5 Min Lesezeit
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Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs und keine ärztliche Behandlung. Die beschriebenen Maßnahmen sind Übergangshilfen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe. Im Notfall den Notruf 112 wählen und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Bei Vergiftungen hilft der Giftnotruf Ihres Bundeslandes. Mehr in den Nutzungshinweisen.

Erste Hilfe wird oft als kompliziert wahrgenommen. Die wichtigsten Maßnahmen lassen sich aber lernen und können helfen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Dieser Überblick ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs: Üben Sie die Griffe in einem Kurs, zum Beispiel bei einer Hilfsorganisation.

Vor jedem Griff: ansprechen, prüfen, Notruf

  • Auf die eigene Sicherheit achten
  • Person laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern berühren
  • Atmung prüfen: Kopf überstrecken, Kinn anheben, sehen, hören und fühlen
  • 112 rufen oder rufen lassen und den Anweisungen der Leitstelle folgen
  • Einen Defibrillator (AED) holen lassen, wenn einer in der Nähe ist

1. Herzdruckmassage (Wiederbelebung)

Reagiert die Person nicht und atmet nicht normal, zählt jede Minute. So geht's:

  • Person auf den Rücken legen, auf eine harte Unterlage
  • Handballen auf die Mitte des Brustkorbs legen, zweite Hand darüber, Arme gestreckt
  • 100–120 Mal pro Minute drücken, etwa 5–6 cm tief, Brustkorb nach jedem Druck ganz entlasten
  • Wer es gelernt hat: nach 30 Drücken 2 Atemspenden. Wer unsicher ist: nur drücken, ohne Pause
  • Sobald ein AED da ist: einschalten und den Sprachanweisungen des Geräts folgen
  • Wenn möglich alle 2 Minuten abwechseln, weitermachen, bis der Rettungsdienst übernimmt

Merkhilfe: Der Takt von „Stayin' Alive" (Bee Gees) liegt ungefähr im richtigen Bereich.

2. Stabile Seitenlage

Für bewusstlose Personen, die normal atmen. Sie hält die Atemwege frei, damit Erbrochenes abfließen kann:

  • Neben der Person knien, Beine der Person strecken
  • Den nahen Arm angewinkelt nach oben legen
  • Den fernen Arm über die Brust führen und den Handrücken an die nahe Wange legen, Hand dort festhalten
  • Das ferne Bein am Knie anwinkeln und die Person daran zu sich herüberziehen
  • Das oben liegende Bein so ausrichten, dass die Hüfte rechtwinklig gebeugt ist
  • Kopf überstrecken, Mund leicht öffnen und zum tiefsten Punkt ausrichten
  • Atmung weiter regelmäßig kontrollieren, bis Hilfe kommt. Hört die Atmung auf: Herzdruckmassage

Die Seite ist grundsätzlich egal. Schwangere legen Sie bevorzugt auf die linke Seite.

3. Verschlucken (Fremdkörper in den Atemwegen)

Für Erwachsene und Kinder über 1 Jahr, nach den Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC):

  • Die Person zum kräftigen Husten auffordern
  • Wirkt Husten nicht: Person nach vorne beugen und bis zu 5 Schläge zwischen die Schulterblätter geben
  • Hilft das nicht: bis zu 5 Oberbauchkompressionen (Heimlich-Griff). Von hinten umfassen, Faust zwischen Bauchnabel und Brustbeinspitze, zweite Hand darüber, kräftig nach innen und oben ziehen
  • Rückenschläge und Oberbauchkompressionen im Wechsel wiederholen
  • Wird die Person bewusstlos: 112 und Herzdruckmassage beginnen
Wichtig: Den Heimlich-Griff nicht bei Säuglingen unter 1 Jahr und nicht bei Schwangeren anwenden; dort werden stattdessen Brustkorbkompressionen eingesetzt. Nach Oberbauchkompressionen die Person immer ärztlich untersuchen lassen, denn innere Verletzungen sind möglich.

4. Druck auf Wunden (Blutung stoppen)

Starke Blutungen können innerhalb von Minuten lebensbedrohlich werden:

  • Sauberes Tuch (Notfall: T-Shirt) auf die Wunde drücken
  • Dauerdruck: nicht nachschauen ob es aufgehört hat
  • Verbandsmaterial drüber bandagieren ohne den Druck zu verringern
  • Wunde hochhalten wenn möglich
  • Eine Abbindung (Tourniquet) ist nur das letzte Mittel bei lebensbedrohlicher, durch Druck nicht stillbarer Blutung an Arm oder Bein. Wenn nötig: deutlich oberhalb der Wunde, fest, Uhrzeit notieren, dann sofort 112.

5. Schocklage

Bei Kreislaufschock (blasses, kaltes, schweißnasses Gesicht, Bewusstseinstrübung):

  • Person hinlegen
  • Beine hochlagern (30–40 cm), Blut fließt zum Herz und Hirn
  • Wärmeerhalt: Decke unterlegen und drüber
  • Nie allein lassen, 112 rufen
  • Ausnahmen: Beine nicht hochlagern bei Atemnot, bei Verdacht auf Herzinfarkt, bei Kopf-, Brust- oder Bauchverletzungen und bei Verletzungen an Beinen, Becken oder Wirbelsäule
💡 Alle 2 Jahre auffrischen: Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt, Erste-Hilfe-Wissen alle zwei Jahre zu erneuern. Kurse bieten Hilfsorganisationen in vielen Orten an.

Fazit

Diese Maßnahmen brauchen keine medizinische Ausbildung, aber Übung. Dieser Artikel ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Besuchen Sie einen Kurs und legen Sie eine kurze Zusammenfassung in Ihren Notfallordner.

Team Ordner-Held

Wir helfen Familien, sich auf den Ernstfall vorzubereiten, mit kostenlosen Vorlagen, klaren Anleitungen und dem Ordner-Held-Konzept.