Die kriminalpolizeiliche Beratung der deutschen Polizei berät kostenlos zu Einbruchschutz. Aus Tausenden von Fällen wissen Kriminologen genau: Was schreckt Einbrecher ab, was nicht? Diese zehn Maßnahmen basieren auf offiziellen Polizeiempfehlungen.
Sofortmaßnahmen – ohne Handwerker
1. Türen nie unverriegelt lassen
Der häufigste Fehler: Tür zuziehen statt abschließen. Einbrecher öffnen unverriegelte Türen in Sekunden. Gewohnheit entwickeln: Beim Verlassen immer zweimal abschließen.
2. Fenster schließen, nicht nur kippen
Gekippte Fenster sind für Einbrecher kaum ein Hindernis. Ein gekipptes Fenster = offenes Fenster aus Sicht des Einbrechers. Auch im Erdgeschoss und Hochparterre nie gekippt lassen wenn Sie weg sind.
3. Keine Schlüssel verstecken
Unter der Fußmatte, im Blumentopf, über dem Türrahmen – Einbrecher kennen alle Verstecke. Geben Sie einen Reserveschlüssel stattdessen an eine Vertrauensperson.
4. Abwesenheit nicht ankündigen
Kein Urlaubspost auf Social Media, kein Anrufbeantworter mit „bin zwei Wochen weg". Bitten Sie Nachbarn, Briefkasten zu leeren und Rollläden zu variieren.
5. Beleuchtung nutzen
Bewegungsmelder-Lichter außen schrecken ab. Innen: Zeitschaltuhren für Lampen und TV simulieren Anwesenheit. Smarte Lampen mit zufälligem Muster sind noch effektiver.
Technische Maßnahmen – mit kleinem Budget
6. Einbruchhemmende Türzylinder
Ein hochwertiger Schließzylinder (z.B. nach DIN 18252) mit Bohrschutz und Ziehschutz kostet 50–150 € und hält viele Angriffe auf. Empfehlung: Zylinder der Klasse B oder C.
7. Querriegelschloss oder Tür-Sicherungsstange
Nachrüstbarer Querriegel kostet ab 30 € und macht Türen deutlich stabiler gegen Aufbrechen. Für Mieter ohne Bohren möglich.
8. Fensterschlösser und -sicherungen
Abschließbare Fenstergriffe und aufbohrgesicherte Pilzkopfzapfen (RC2-Norm) machen Fenster deutlich sicherer. Ab ca. 20–50 € pro Fenster nachrüstbar.
9. Alarmanlage mit Aufschaltung
Alarmanlagen, die auf einen Wachdienst oder die Polizei aufschalten, sind sehr wirksam. Einfache Alarmanlagen ohne Aufschaltung schrecken ab, helfen aber wenig wenn niemand reagiert.
10. Polizeiliche Beratung nutzen
Die Initiative K-Einbruch der Polizei bietet kostenlose Beratungsgespräche vor Ort an. Ein Kriminalbeamter schaut sich Ihre Wohnung an und gibt konkrete Empfehlungen – kostenlos, unverbindlich.
Fazit
Einbruchschutz beginnt mit Verhalten, nicht mit teurer Technik. Die ersten fünf Punkte kosten nichts – und sind bereits sehr wirksam. Notieren Sie Ihre Versicherungsdaten für den Schadensfall in Ihrem Versicherungsblatt.