Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person pro Tag, für einen Vorrat von 10 Tagen also 20 Liter. Für eine vierköpfige Familie sind das 80 Liter. Was aber, wenn der Vorrat weg ist? Hier sind alle Wasserquellen und Aufbereitungsmethoden, die im Haushalt verfügbar sind.
Verborgene Wasserquellen im Haushalt
- Warmwasserspeicher/Boiler: Enthält je nach Größe eine größere Menge Wasser. Nur als Notreserve nutzen und vor dem Trinken abkochen. Gerät vorher ausschalten, Verbrühungsgefahr beim Ablassen. Niemals Wasser aus dem Heizungskreislauf verwenden.
- Leitungsrohre: Nach Absperrung des Haupthahns enthält das Rohrnetz noch etwas Wasser.
- Toilettenspülkasten: Nur als Brauchwasser verwenden, etwa für die Toilettenspülung oder zum Putzen, nicht zum Trinken.
- Eiswürfel im Gefrierfach: Aus Leitungswasser hergestellt, aufgetaut nutzbar.
- Konserven: Die Aufgussflüssigkeit von Gemüsekonserven können Sie beim Essen mitverwenden.
Wasser aufbereiten ohne Strom
Abkochen (beste Methode)
Zweifelhaftes Wasser mindestens 1 Minute sprudelnd kochen (auf über 1000 m Höhe: 3 Minuten). Abkühlen lassen, in saubere Behälter füllen. Sprudelndes Abkochen macht Bakterien, Viren und Parasiten unschädlich, entfernt aber keine Chemikalien, kein Öl und keine Schadstoffe. Wasser aus Überflutungen deshalb nicht zum Trinken verwenden.
SODIS-Methode (Solar Water Disinfection)
Klares Wasser in PET-Flaschen füllen, 6 Stunden in die direkte Sonne legen (bewölkt: 2 Tage). UV-Strahlen inaktivieren Krankheitserreger. Funktioniert nur bei klarem, nicht trübem Wasser.
Tabletten zur Wasserentkeimung und Konservierung
Aus Apotheke oder Campingbedarf. Dosierung und Einwirkzeit nach Herstellerangabe. Auch diese Tabletten entfernen keine Chemikalien oder Schadstoffe.
Wasser richtig lagern
- Originalverschlossene Mineralwasserflaschen: Bis zu 2 Jahre haltbar
- Eigene Befüllung: Leitungswasser in saubere PET-Flaschen, alle 6–12 Monate wechseln
- Kühl, dunkel und lichtgeschützt lagern: Sonnenlicht fördert Algenwachstum
- Keine Metall- oder weich-PVC-Behälter nutzen
Fazit
Wasser ist die kritischste Ressource im Notfall. Die rechtzeitig gefüllte Badewanne liefert Brauchwasser, der Warmwasserspeicher ist eine Notreserve, die Sie vor dem Trinken abkochen. Ergänzen Sie Ihren Krisenvorrat um mindestens 20 Liter Mineralwasser als eiserne Reserve und pflegen Sie ihn mit dem FIFO-Prinzip, damit nichts abläuft.