Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person pro Tag – für 14 Tage also 28 Liter. Für eine vierköpfige Familie: 112 Liter. Was aber, wenn der Vorrat weg ist? Hier sind alle Wasserquellen und Aufbereitungsmethoden, die im Haushalt verfügbar sind.
Verborgene Wasserquellen im Haushalt
- Warmwasserspeicher/Boiler: Enthält 80–200 Liter sauberes Trinkwasser – im Notfall am unteren Ablasshahn zapfen.
- Leitungsrohre: Nach Absperrung des Haupthahns enthält das Rohrnetz noch mehrere Liter Wasser.
- Toilettenspülkasten (nicht der Tank!): Enthält sauberes Wasser – nur nutzen, wenn keine Chemikalien zugegeben wurden.
- Eiswürfel im Gefrierfach: Auftauen und trinken.
- Konserven und Gemüse: Das Abwasser aus Dosenerbsen, Bohnen etc. ist trinkbar.
Wasser aufbereiten ohne Strom
Abkochen (beste Methode)
Trübes oder zweifelhaftes Wasser 1 Minute sprudelnd kochen (auf über 1000 m Höhe: 3 Minuten). Abkühlen lassen, in saubere Behälter füllen. Tötet alle Krankheitserreger ab.
SODIS-Methode (Solar Water Disinfection)
Klares Wasser in PET-Flaschen füllen, 6 Stunden in die direkte Sonne legen (bewölkt: 2 Tage). UV-Strahlen inaktivieren Krankheitserreger. Funktioniert nur bei klarem, nicht trübem Wasser.
Chlor-Tabletten
Apotheken- und Campingbedarf: Micropur Forte oder ähnliche Tabletten. Eine Tablette pro Liter, 30 Minuten warten. Jahrelange Haltbarkeit – für den Vorrat empfohlen.
Wasser richtig lagern
- Originalverschlossene Mineralwasserflaschen: Bis zu 2 Jahre haltbar
- Eigene Befüllung: Leitungswasser in saubere PET-Flaschen, alle 6–12 Monate wechseln
- Kühl, dunkel und lichtgeschützt lagern – Sonnenlicht fördert Algenwachstum
- Keine Metall- oder weich-PVC-Behälter nutzen
Fazit
Wasser ist die kritischste Ressource im Notfall. Der Warmwasserspeicher und die Badewanne sind im Ernstfall die wichtigsten Puffer. Ergänzen Sie Ihren Krisenvorrat um mindestens 20 Liter Mineralwasser als eiserne Reserve – und pflegen Sie ihn mit dem FIFO-Prinzip, damit nichts abläuft.