Ein Stromausfall beginnt harmlos: Licht aus, Kühlschrank summt nicht mehr. Nach einer Stunde werden erste Probleme sichtbar: Das Handy hat noch 30 % Akku, die Heizung (Gasbrenner mit Elektronik) springt nicht mehr an, der WLAN-Router ist offline. Nach 12 Stunden wird es ernst. Wer vorbereitet ist, übersteht auch einen mehrtägigen Blackout ohne Panik.
Warum sich Vorsorge für Stromausfälle lohnt
Das europäische Stromnetz gilt als stabil. Trotzdem kann der Strom ausfallen, etwa durch Unwetter, technische Störungen oder Angriffe auf die Infrastruktur. Das BBK rät dazu, sich auch auf einen längeren Stromausfall vorzubereiten.
Der Winter-Blackout in Texas 2021, der Sturm Zeynep in Deutschland 2022 und regionale Ausfälle zeigen: Es kann jeden treffen, und meistens kommt es im schlechtesten Moment.
Die ersten 30 Minuten: Sofortmaßnahmen
Wer weiß, was zu tun ist, reagiert ruhig:
- Sicherung prüfen: Ist nur die eigene Wohnung betroffen? Sicherungskasten kontrollieren.
- Nachbarn fragen: Sind andere auch betroffen? Dann Netzbetreiber anrufen.
- Netzbetreiber-Nummer: Im Notfallordner oder auf der Stromrechnung, jetzt griffbereit haben.
- Kühlschrank und Gefrierer zu lassen: Gut gefüllt hält 4–6 Stunden (Gefrierer bis 24 h), wenn die Türen geschlossen bleiben.
- Powerbank anschließen: Handy auf 100 % bringen, solange die Powerbank Strom hat.
- Kerzen und Taschenlampen raussuchen: Bevor es dunkel wird.
Die NINA-App: amtliche Warnmeldungen aufs Handy
Die kostenlose NINA-App (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) des BBK liefert offizielle Warnungen direkt auf das Smartphone. Dafür braucht sie eine Datenverbindung; Warnungen per Cell Broadcast kommen zusätzlich ohne App an, aber nicht im Flugmodus. Installieren Sie sie jetzt, nicht wenn der Notfall schon eingetreten ist. Mehr auf bbk.bund.de/NINA.
Was Sie zu Hause haben sollten
Ein Stromausfall trifft besonders hart, wer nichts vorbereitet hat. Diese Grundausstattung macht den Unterschied:
- Licht: Taschenlampe, Stirnlampe, Kerzen (und Halter!) mit Feuerzeug
- Wärme: Wolldecken, Schlafsack, Rettungsfolie. Heizungen mit Elektronik (fast alle modernen Gasheizungen!) fallen bei Stromausfall aus
- Kochen: Herd und Mikrowelle funktionieren nicht. Planen Sie Lebensmittel, die kalt essbar sind. Einen Campingkocher nur nach Herstellerangabe verwenden: viele Modelle sind nur für draußen zugelassen, nie in geschlossenen Räumen und nie zum Heizen betreiben, Kohlenmonoxid-Melder vorsehen.
- Information: Kurbelradio oder Batterieradio. WLAN und Internet fallen oft gleichzeitig aus
- Kommunikation: Powerbank (min. 20.000 mAh), wichtige Nummern ausgedruckt
- Wasser: Wasserversorgung kann bei längerem Ausfall durch Druckverlust ebenfalls versagen
Was tun, wenn der Ausfall länger dauert?
Ab 12–24 Stunden werden weitere Maßnahmen relevant:
- Kühlgut verbrauchen: Zuerst das Kühlschrankgut (Milch, Fleisch, Käse) essen, dann auf Vorräte umsteigen
- Wasser auffüllen: Badewanne, Eimer und alle verfügbaren Behälter mit Leitungswasser füllen, für den Fall, dass auch der Wasserdruck nachlässt
- Nachbarn zusammen: Gemeinsam in einer Wohnung ist wärmer und sicherer als allein. Besonders ältere Nachbarn ansprechen.
- Behörden-Infos hören: Radio (Batterien!) oder Kurbelradio für lokale Meldungen
Kurz-FAQ
Fazit
Stromausfall-Vorbereitung kostet wenig und kann enorm viel bedeuten. Mit einem Krisenvorrat, Licht, einem Campingkocher und dem richtigen Notfallplan bleiben Sie auch in der Dunkelheit ruhig und handlungsfähig. Starten Sie mit unserer Krisenvorrat-Checkliste und dem Notfallplan.